Alles war angerichtet für einen grossen Fussballabend auf der Sonnmatt. Das Entscheidungsspiel gegen den FC Flawil stand an: Der Sieger würde den Ligaerhalt in der 3. Liga definitiv sichern, der Verlierer hingegen müsste auf Schützenhilfe hoffen. Trotz kaltem, garstigem Wetter fanden zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer den Weg auf die Sportanlage und sorgten für eine würdige Kulisse. Auch das Clublokal hatte sich bestens vorbereitet und lockte mit einem Aussenstand, Currywurst und kühlem Bier.
Doch die Hoffnungen der Kirchberger Anhängerschaft erhielten früh einen Dämpfer. Die Mannschaft von Trainer Dave Obrist wirkte von Beginn an nervös und gehemmt. Bereits nach acht Minuten zeigte der Schiedsrichter nach einem Foulspiel auf den Penaltypunkt. Flawil nutzte die Gelegenheit souverän und ging mit 0:1 in Führung.
Der FCK fand in der Folge kaum ins Spiel. Während die Gäste technisch keineswegs überragend auftraten, überzeugten sie durch Laufbereitschaft, Kampfgeist und grosse mannschaftliche Geschlossenheit. Nach rund einer halben Stunde erhöhte Flawil folgerichtig auf 0:2. Die zahlreichen FCK-Fans trauten ihren Augen kaum und zeigten sich enttäuscht über die Vorstellung ihres Teams.
Zur Pause reagierte das Trainerteam und brachte mit Bösch und Nagel für Aaron Schönenberger sowie Ricci Ciccarelli frische Kräfte. Vor allem Nagel (Bild) fügte sich mit mehreren gewonnenen Zweikämpfen sofort hervorragend ein und verlieh dem Team neue Energie. Langsam erwachte der FCK aus seiner Lethargie. Der Wille, das Spiel noch zu drehen, war nun deutlich spürbar. Spielerisch offenbarten sich jedoch weiterhin Defizite, sodass klare Torchancen Mangelware blieben.
Als Flawil bei einem der wenigen Gegenstösse der zweiten Halbzeit das vermeintlich vorentscheidende 0:3 erzielte, schien die Partie endgültig entschieden. Die Gäste beschränkten sich längst aufs Verwalten des Vorsprungs und taten dies äusserst geschickt.
Doch der FCK gab sich nicht geschlagen. In der 68. Minute traf Martin Wick nach einem Vorstoss aus dem Gewühl heraus zum 1:3 und entfachte neue Hoffnung. Als Sandro Loser in der 81. Minute gar auf 2:3 verkürzte, glaubten die Einheimischen plötzlich wieder an ein kleines Fussballwunder.
In der Schlussphase warf Kirchberg nochmals alles nach vorne und stellte auf eine Dreierabwehr um. Die Mannschaft drängte auf den Ausgleich, doch der entscheidende Treffer wollte nicht mehr fallen. So blieb es bei der bitteren 2:3-Heimniederlage.
Damit ist der direkte Ligaerhalt verpasst. Nun ist der FCK auf fremde Hilfe angewiesen und blickt gespannt auf das Spiel zwischen Wattwil-Bunt und Ebnat-Kappel vom kommenden Samstag. Die Hoffnung lebt weiter, dass am Grümpeli-Wochenende die Sonne nicht nur für das grosse Fest, das Länderspiel der Schweiz gegen Katar, sondern auch für das Herren 1 des FC Kirchberg scheinen wird.